
Anteilnahme
Wenn der Fernseher beginnt
weitentferntes Blut zu schwitzen
revoltiert man stumm im Sitzen
während es zu Boden rinnt
Friedensfahnen als Gardinen
wehen nicht weil´s windstill bleibt
während man mit ernstem Grienen
Tauben weiß nach Bagdad treibt
Schreiben für ein Stück vom Kuchen
der nach Anteilnahme schmeckt
hinter Block und Stift versteckt
wenigstens den Krieg verfluchen!
Patrick Stasch
Requiem a.D.
ave
eva
eden
ende
Clemens Schittko
Waffenstillstand
Er ist eingetreten,
endlich,
nach alle dem,
Krieg,
Schlachten und Gefechten.
Jetzt liegst du an meinem Rücken;
Angenehm ist das
und angenommen fühl ich mich.
Ich liege in dir.
Es fühlt sich an als ob.
Deine Arme umschließen mich.
Ich liege in dir
Es fühlt sich an als ob es so wäre.
Du ziehst dich von dir,
hinter mir,
Du ziehst dich von allen Seiten nach vorn,
zu mir.
Du ziehst dich mir zu wie eine Krankheit.
Ich fühle mich wie eine Eroberung
Deiner Selbst.
Über deine Glieder, deinen Körper hinaus,
breitest du es aus.
Es ist so warm um mich herum.
Du ziehst dich zu,
wie ein Gewitter,
Krankheit.
Wärme,
Fieber umhüllt mich.
Dein Dunst umschließt mich,
du verschließt mich.
Füll das tiefe Loch in meiner Seele,
kaltes Loch.
Mein Rücken schmerzt so nicht mehr,
meine Vergangenheit ist keine Last mehr.
Dein Atem in meinem Nacken,
bläst mir neues Leben ein.
Du weckst Liebe in mir,
Liebster,
nach alle dem,
Hass, meiner Abscheu für dich.
Und du umarmst mich.
Ich liege in dir.
Du umgibst mich.
Ich liege in dir.
Es fühlt sich nur so an als ob es so wäre!
Schließ mich ein, Liebster.
Lege mich ab,
in unsere Welt.
Dreh den Schlüssel herum.
Schließ mich ein, Liebster.
Mach mich verlieren.
Julia Bohlmann